Szenenvorspiel des Aufbaustudiums 1 KLEIST Das Käthchen von Heilbronn Prinz Friedrich von Homburg
SCHILLER Kabale und Liebe Don Carlos mit Ashraf Rawashdeh, Clara Johanna Zander, Elias Traut, Franz Schöttler, Lea Jurowski, Li Nikolic, Michelle Helbig und Toprak Avci Leitung: Rudolf Krause Kleist stellt im ‚Käthchen‘ und im ‚Homburg‘ Menschen in den Mittelpunkt, denen im Zustand des Träumens Wahrheiten und Schicksalszusammenhänge aufgehen, die bestimmend für ihr Leben werden und im Widerspruch zu Ihrer Umgebung stehen.
Bei Kleist ist dies der Weg, auf dem die zentralen Charaktere mit der Stimme ihres Herzens, ihres Gewissens in Kontakt kommen, der zu folgen, sie eine immer dringendere Notwendigkeit verspüren. Diese ‚wahre, innere Natur‘ gerät in Konflikt mit den ‚kalten Regeln‘ einer Gesellschaft, die sich - gelinde gesagt - dafür nicht interessiert. Schillers zentrale Charaktere kämpfen ebenfalls um die Freiheit eines wahrhaftigen, menschenwürdigeren Lebens. Hier kommt die Gewissheit nicht im Traum, sondern durch ein leidenschaftliches und taghelles Erkennen. Sie wollen, auf Leben oder Sterben, ihrer eigenen inneren Stimme folgen, die ihnen den Mut und die Gewissheit schenkt, sich gegen menschenfeindliche Machtstrukturen aufzulehnen. Die Weimarer Klassiker Goethe und Schiller und in deren Nachfolge auch Kleist, wählten ab einem bestimmten Zeitpunkt ihrer Entwicklung die rhythmische Versform. - (In ‚Kabale und Liebe‘ schreibt Schiller noch ‚herkömmliche‘ Dialoge.) Sie verfolgten die Absicht, ihr Publikum - kurz gesagt - zu ‚besseren Menschen‘ zu machen und dies nicht allein durch den dramatischen Inhalt, sondern insbesondere auch durch die Versform ihrer Stücke. Hier kommt die ‚Macht der Musik‘ ins Spiel. Ein Rhythmus, der alles Lebendige durchdringt und miteinander verbindet. Die dichterische, rhythmisierte Sprache versucht also, die dramatischen Ereignisse in eine alles umfassende Harmonie, Schönheit und einen Zusammenhang mit geistig wirksamen Mächten zu bringen. Das Publikum sollte erschüttert, ästhetisch ‚erhoben’, erfreut und durch Wahrhaftigkeit und Schönheit gestärkt, mit einem anderen Begriff von Menschlichkeit das Theater verlassen. Es gilt also, erste Schritte zu tun, die Kraft und das Geheimnisvolle so einer Sprache zu erkunden und Charakteren zu begegnen, die sich selbst und die Welt mit Ideen von wahrem Menschsein konfrontieren, ‚Innen‘ und ‚Außen‘ mit Leidenschaft und Mut in Einklang zu bringen versuchen - und dafür alles, was sie sind, in die Waagschale werfen. Fr. 27. , Sa. 28. Feb und So. 01. Mrz 26 - 19.30 h Michael Tschechow Studio Berlin, Eisenbahnstr. 21, 10997 Berlin
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